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Mardorf -ein staatlich anerkannter Erholungsort stellt sich vor
Das Steinhuder Meer -Informationen und Geschichte

Mardorf -ein staatlich anerkannter Erholungsort stellt sich vor

Der Name Mardorf bedeutet "Dorf am Meer". 1171 wurde der Ort als "Meredorpe" und 1173 als "Merctorph" erstmals urkundlich erwähnt. 1522 hatte das "kleine Mardorf" direkt am Seeufer etwa 75 Einwohner. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Mardorf ("Lütjen Mardrup") aufgegeben und nach 1620 weiter westlich, etwas vom Ufer entfernt, in einem Buchen- und Eichenwald wieder aufgebaut. 1668 war die Bevölkerung auf rund 250 Personen angewachsen. Es entstand eine Dorfschule. Die Bauernhöfe gliederten sich in 7 Halbmeier, 2 Halbspänner und 11 Kötner. Um 1725 hatte sich die Einwohnerzahl auf etwa 550 Personen erhöht und es bildete sich die "Gemeinschaft der 27 Bauern", die bis heute als Realgemeinde fortbesteht. Mitte des 19. Jahrhunderts erfasste auch Mardorf die Auswanderungswelle nach Amerika, was die Bevölkerungszahl halbierte. Zur Existenzsicherung wurde mit der Urbarmachung der Meerbruchwiesen begonnen. Um 1914 begann in den nahe gelegenen Niedermooren die Kultivierung unter Einsatz von großen Dampfmaschinen.Erst Mitte des 20. Jahrhunderts begann der Ausbau des bis dahin reinen Bauerndorfes zum Touristenzentrum mit Wochenendsiedlungen (nach 1950) und Fremdenverkehr (nach 1965). 1968 entstand die "Moorstraße" durch das Tote Moor nach Neustadt. Bis dahin war es nur über einen Umweg möglich, das Steinhuder Meer bei Mardorf von Neustadt oder Hannover aus zu erreichen. Etwa die Hälfte aller Besucher kommt aus dem angrenzenden Ost-Westfalen-Lippe. 1970 wurden der etwa 6 km lange Uferweg des Nordufers und die Promenade (im westlichen Teil) ausgebaut. Um 1980 wurde eine Dorferneuerung begonnen und 1983 wurde ein Dorfgemeinschaftsverein gegründet, dem heute (2009) über 200 Mitglieder angehören. Seither gab es durch Wiederaufbau, Umbau oder Neubau alter Gebäude viele Veränderungen im Dorfbild. Dazu gehören 1983 der Meyer-Speicher, Sieg bei "Unser Dorf soll schöner werden", 1984 Dorfgemeinschaftshaus mit Grillplatz, Brase-Speicher, 1989 erste Weihnachtsbeleuchtung, 1990 Brennewien-Speicher, 1991 Heimat-Museum, 1996 Haus des Gastes, 1997 Maibaum, Ortschronik, 2003 Mardorfer Wörterbuch und ab 2009 Backhausanbau an den Brennewien-Speicher.

Mardorf hat heute ca. 2.000 Einwohner, ist touristisch geprägt und auf die Bedürfnisse seiner Besucher ausgerichtet. Gästen ist es möglich zu Segeln, Surfen, Treetboot –und Ruderbootfahren, Tennis- und Golf zuspielen. Der neuangelegte Hochseilgarten „Sea-Tree“ und der Dinosaurierpark in Münchehagen gelten als sehr beliebt. Im Ortskern und am Steinhuder Meer befinden sich Einkaufsmöglichkeiten, Fahrradverleih, Gastronomien u.v.m. Besonders hervorzuheben sind die Fahrradrouten rund ums Steinhuder Meer im stattlich geschützten Naturschutzpark. Auf verschiedenen Aussichtstürmen kann die beeindruckende Naturlandschaft mit seinen verschiedenen Tierarten von seltenen Vögeln bis Wasserbüffeln erlebt werden.

In 2010 hat die Uferpromenade in Mardorf mehrere "Sehstege" erhalten. Auf diesen ist es Besuchern des Steinhuder Meeres möglich auf stegähnlichen Anlagen „über dem Wasser zu gehen“ und eine einmalige Aussicht auf das Steinhuder Meer zu bekommen.